Die Eurozone als Verlierer der US- Hypothekenkrise

Fast könnte man von einer verkehrten Welt sprechen. In den USA erleidet der Wohnungsmarkt eine negative Schockwelle nach der anderen. Während sich jedoch die Auswirkungen auf die US-Wirtschaft bislang in Grenzen halten – wie der jüngste robuste US-Arbeitsmarktbericht zeigt –, werden immer deutlichere Bremsspuren in der Eurozone sichtbar. So fielen die Rückgänge in den Einkaufsmanagerindikatoren der Währungsunion kräftiger aus als in den USA. Dies gilt vor allem für den Service-EMI, der die Urteile der Finanzbranche einschliesst, und mit 54,2 Punkte inzwischen unter seinem Pendant der USA (54,8 Punkte) liegt.

Wie stark die europäischen Banken unter den Finanzmarktturbulenzen leiden, deren Ausgangspunkt die US(!)-Hypothekenkrise war, zeigen nicht nur die anhaltenden Spannungen am Interbankenmarkt, sondern auch die jüngsten Ergebnisse der »Bank Lending Survey«. Demnach haben die Geschäftsbanken in der Eurozone ihre Kreditkonditionen im vergangenen Quartal drastisch verschärft, was gleichzeitig Rückwirkungen auf die Kreditnachfrage hatte, die deutlich abgeflaut ist.

Damit haben sich für die Unternehmen in den letzten Wochen gleich von zwei Seiten die monetären Rahmenbedingungen verschlechtert, ohne dass die EZB an der Zinsschraube drehen musste. Zum einen wurde ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit durch die Euro-Aufwertung (+6,0% seit Anfang Juni gegenüber dem USD) gemindert und zum anderen wurde vor allem bonitätsschwachen Firmen der Zugang zu Fremdkapital erschwert.

Der EZB blieb diese Verschärfung in den Finanzierungskonditionen nicht verborgen – erstmals nach zwei Jahren bezeichnete sie ihre Geldpolitik nicht mehr als »akkommodierend«. Gleichwohl hielt sie unverdrossen an ihrem inflationskritischen Ton fest und stellte weitere monetäre Straffungen in Aussicht. Diese verbale Drohung dürfte jedoch vor allem darauf ausgerichtet sein, die Inflationserwartungen vor dem Hintergrund anziehender Preissteigerungsraten unter Kontrolle zu halten.

Das scheinbare Dilemma, dem sich gegenwärtig die EZB gegenübersieht – steigende Inflationsraten einerseits, rückläufige Wachstumsdynamik andererseits – sollte sich allerdings früher oder später von selbst auflösen. Der gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastungsgrad hat bereits im 2. Quartal 2007 seinen Zenit durchschritten und wird in den kommenden Quartalen weiter fallen. Folglich nimmt der Preisüberwälzungsspielraum der Unternehmen ab. Auch beim Preisdruck auf den vorgelagerten Stufen (Rohstoffpreise) scheint das Schlimmste mittlerweile überwunden – die Erzeugerpreisinflation hat sich seit Mitte 2006 von 6,0% auf 1,7% abgeschwächt.

Das scheinbare Dilemma, dem sich gegenwärtig die EZB gegenübersieht – steigende Inflationsraten einerseits, rückläufige Wachstumsdynamik andererseits – sollte sich allerdings früher oder später von selbst auflösen. Der gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastungsgrad hat bereits im 2. Quartal 2007 seinen Zenit durchschritten und wird in den kommenden Quartalen weiter fallen. Folglich nimmt der Preisüberwälzungsspielraum der Unternehmen ab. Auch beim Preisdruck auf den vorgelagerten Stufen (Rohstoffpreise) scheint das Schlimmste mittlerweile überwunden – die Erzeugerpreisinflation hat sich seit Mitte 2006 von 6,0% auf 1,7% abgeschwächt.

Ungeachtet der kurzfristig steigenden Teuerungsraten werden die Konjunkturrisiken daher schon bald dominieren – auch in den Debatten des EZB-Rats. Entsprechend rechnen wir mit keiner weiteren Leitzinserhöhung mehr. Diese »endgültige« Abkehr vom Zinserhöhungszyklus dürfte sich in den kommenden Monaten zunehmend im Ton der Währungshüter bemerkbar machen. Die Leitzinserhöhungsphantasie wird folglich gänzlich verschwinden und wahrscheinlich sogar Zinssenkungsphantasie aufkommen. Das mittelfristige Umfeld für Staatsanleihen ist daher positiv.

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