Immer mehr Konjunkturindikatoren
verzeichnen neue Negativrekorde
Schlechter konnte die Datenlage zur weltweiten Konjunkturdynamik
in den letzten Wochen kaum ausfallen. Besonders negativ schlugen
dabei die Zahlen aus den USA zu Buche. So wurden hier im
Dezember so wenig neue Arbeitsplätze geschaffen wie seit über vier
Jahren nicht mehr. Gleichzeitig legte die Arbeitslosenquote innerhalb
eines Monats um 0,3%-Punkte auf 5,0% zu, der stärkste monatliche
Anstieg innerhalb der letzten sechs Jahre!
Die Details der Statistik zeigen dabei, dass nicht nur der längst
überfällige Stellenabbau in der Bauwirtschaft für die ungünstige
Entwicklung verantwortlich war. Langsam aber sicher greift die
Schwäche auch auf die anderen Sektoren der Volkswirtschaft über:
In mehr als 50% der 284 getrennt erfassten Branchen dominieren
inzwischen die Entlassungen.
Bedenklich ist diese Abschwächung, weil gleichzeitig der richtungsweisende
ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende
Gewerbe markant um 3,1-Punkte auf 47,7 sank und damit die
Expansionsschwelle (50,0) erkennbar unterschritt. Mit seinem
sechsten Rückgang in Folge erreichte er den niedrigsten Stand seit
über 4½ Jahren. Gemäss dem Vorlauf dieses trendbestimmenden
Frühindikators vor der Arbeitsmarktentwicklung muss folglich –
ausgehend von niedrigem Niveau – mit einer weiter nachlassenden
Beschäftigungsdynamik gerechnet werden.
Kritisch zu bewerten ist im Rahmen der ISM-Umfrage daneben die
merkliche Eintrübung der Exportperspektiven. Die entsprechende
Komponente sank so kräftig wie seit über elf Jahren nicht mehr und
deutet damit darauf hin, dass eine der letzten wichtigen Stützen des
US-Wachstums – die Auslandsnachfrage – spürbar an Schwung
verliert.
Die jüngsten Daten aus Asien und Europa bestätigen dieses Bild. In
Japan dümpelt der weit vorauslaufende Leading Indicator knapp
über seinem 10-jährigen Tiefststand und kündigt eine weiter
nachlassende Wachstumsdynamik an. In der Eurozone setzten
gleichzeitig die Stimmungsindikatoren ihre Abwärtstrends fort. So
sank der Service-Einkaufsmanagerindex für die Eurozone im
Dezember mit 53,1 auf den niedrigsten Wert seit 2½ Jahren.
Gleichzeitig ging in Deutschland der IFO-Geschäftsklimaindex zum
siebten Mal in acht Monaten zurück und erreichte einen fast 2-
jährigen Tiefststand.
Alles in allem zeigt die Häufung der Negativrekorde, dass sich
weltweit die wirtschaftliche Expansionsdynamik nachhaltig abschwächt.
Aufgrund der negativen Rückkopplungen zwischen den
wichtigen Handelsnationen sollten sich dabei die Abschwungskräfte
in den kommenden Monaten verstärken. Darunter leiden wird
wegen ihrer hohen Exportabhängigkeit insbesondere die Wirtschaft
der Eurozone. Die EZB dürfte daher nicht umhin kommen, den
Konjunkturgefahren grössere Aufmerksamkeit zu schenken und in
der Folge die Leitzinsen zu senken, wovon die EUR-Anleihenmärkte
spürbar profitieren werden.
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