Bedrohliche Konjunkturdaten aus den USA!

Die US-Konjunktur gerät in immer bedrohlicheres Fahrwasser. Gemäss jüngstem Arbeitsmarktbericht wurden im Februar ausserhalb des Agrarsektors zum zweiten Mal in Folge Arbeitsplätze abgebaut. Das Minus von 63.000 stellt dabei den stärksten monatlichen Beschäftigungsrückgang seit März 2003 dar! Hätte der Staat in den vergangenen Wochen nicht 38.000 neue Stellen geschaffen, wäre die Bilanz sogar noch schlimmer ausgefallen.

Das eigentlich Beunruhigende an dieser Entwicklung ist, dass die Entlassungen längst nicht mehr nur auf den Bau- und Immobiliensektor konzentriert sind. Bereits seit November werden in der Mehrzahl der Branchen Arbeitsplätze vernichtet. Betroffen waren zuletzt vor allem der Einzelhandel (-39.000) und der besonders zyklische Bereich der Zeitarbeitsfirmen
(-28.000).

Über den Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,9% auf 4,8% sollte man sich vor diesem Hintergrund nicht allzu sehr freuen. Dabei handelt es sich primär um ein statistisches Phänomen: Neben der Zahl der Beschäftigten ist auch die Zahl der Arbeitssuchenden gesunken – ein klarer Beleg dafür, dass die Gruppe der sich resigniert vom Arbeitsmarkt zurückziehenden Personen rasch zunimmt.

Und wie die jüngsten Frühindikatoren zeigen, dürfte sich der negative Trend am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten noch verstärken. So ist der richtungsweisende Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Februar auf einen fünfjährigen Tiefststand gesunken, während das Pendant für die Dienstleistungsbranchen und den Bausektor im zweiten Monat nacheinander unterhalb der Expansionsschwelle (50 Punkte) verharrte. Offenkundig verläuft das Neugeschäft extrem schwach und der Kostendruck ist immens. Viele Betriebe sehen daher nur einen Ausweg: Die Profitabilität über den Abbau von Personal zu sichern.

Dass hierdurch auf volkswirtschaftlicher Ebene ein Teufelskreis in Gang gebracht wird, ficht den einzelnen Unternehmer naturgemäss nicht an – wohl aber die Notenbank, die das Gefahrenpotential erkannt hat und sich der Abwärtsspirale mit aller Macht entgegenstemmt. Inflationsgefahren hin oder her, die Währungshüter werden ihre Politik aggressiver Zinssenkungen fortsetzen müssen und den Tagesgeldsatz bis auf 1,50% senken!

Europäische Notenbanker nehmen die von der US-Entwicklung ausgehenden Risiken für den Konjunkturverlauf zur Kenntnis, ohne dem jedoch grössere Bedeutung beizumessen. Zum einen liege der Fokus klar auf der Inflation, zum anderen würden die dynamisch wachsenden Schwellenländer in die Bresche springen und die von den USA hinterlassene Nachfragelücke schliessen.

Die Frühindikatoren deuten hingegen in eine andere Richtung. So sind die von der OECD berechneten »Leading Indicators« für den asiatischen Raum zuletzt auf breiter Front gesunken. Dabei sorgten vor allem China und Indien für negative Überraschungen. Und je stärker der US-Konsument als wichtigster Endabnehmer für asiatische Produkte unter Druck kommt, umso mehr werden die exportabhängigen Schwellenländer in den Abwärtsstrudel der US-Wirtschaft geraten. Die in der Eurozone verbreitete Hoffnung auf eine »Abkopplung« wird damit schon bald in sich zusammenfallen!

Fazit: Die übergeordneten Rahmenbedingungen für die internationalen Anleihenmärkte bleiben wegen der enormen globalen Konjunkturrisiken positiv. In Anbetracht der massiven Kursgewinne der letzten Tage erwarten wir jedoch kurzfristig ein »Durchschnaufen«, bevor sich der kursseitige Aufwärtstrend fortsetzen kann.

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